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Schlierseeseminar: „Drogen im Straßenverkehr“
von Benjamin  Lenhard, stellv. Landesjugendvorsitzender
 

vom 06.06.2005 bis zum 10.06.2005 trafen sich 18 junge Gewerkschaftler um 7 Referenten aus sämtlichen Fachbereichen anzuhören.

Mittlerweile hat es sich herumgesprochen, dass die Gewerkschaft der Polizei Seminare anbietet die erstens kostenlos sind und zweitens zu drei fünftel als Dienstzeit angerechnet werden. Zudem ist von Veranstaltungen aus der Vergangenheit bekannt, dass die  Jugendbildungsstätte der IG Metall in Schliersee eine hervorragende Herberge für Weiterbildung, als auch ein Eldorado für Freizeitgestaltung aller Art ist.  So war es kein großes Problem die Teilnehmer für die erste Auflage des Seminars „Drogen im Straßenverkehr“ zu finden.

In die prall gefüllte Woche leitete Herr Klemens Funk vom PP München ein. Als Ministerialbeauftragter für Drogenschnelltests in Bayern, stellte er sämtliche Tests vor und beleuchtete für und wider der einzelnen Verfahren. Sämtliche Tests, auch das neue Speichelschnelltestgerät von Dräger wurden natürlich von den Teilnehmern live ausprobiert. Zusammenfassend ist zu sagen, dass alle Ergebnisse negativ waren.

Über die präventiven Möglichkeiten eines Polizeibeamten bei Suchtgefährdeten referierte Herr Hoffmann von der Ambulanz für Suchtkranke der Caritas Bad Reichenhall. Der langjährige Sozialpädagoge und Psychologe zeigte anschaulich auf, welche Probleme in Familie, Beruf und unter Freunden Suchtverhalten begünstigen und nicht begünstigen.

Den doch regen schriftlichen Kontakt zwischen Führerscheinstellen und Polizeibehörden, verkürzte Herr Hofstätter von der Regierung Oberbayern auf mündlich persönlich. Als Ministerialbeauftragter für Führerscheinstellen berichtete er über deren Möglichkeiten, die aber nur ausgeschöpft werden können, wenn die Informationen der einzelnen Behörden ausgetauscht werden.

Professor Ludwig von Meyer von der Uni München erklärte den Teilnehmern den Zusammenhang zwischen Drogenwirkstoff und Ausfallerscheinungen in medizinischer Hinsicht und gab mannigfaltige Erfahrungen preis, die er im Laufe der Jahre im Institut der Rechtsmedizin gesammelt hat.

Den Bund gegen Alkohol und Drogen im Straßenverkehr vertrat der Richter am Amtsgericht München Herr Jungwirt. Er legte den Seminarteilnehmern ans Herz, welche Anforderungen an ein Verfahren gestellt sind, damit es zu einer rechtskräftigen Verurteilung in erster Instanz kommen kann. Eine Diskussion über die so unterschiedliche Strafbemessung der einzelnen Bundesländer schloss sich seinem Vortrag an.

Frau Dr. und Herr. Dr. Fehn sind Tochter und Vater und beide Toxikologen am Landeskriminalamt in München. Im Dialog erklärten beide wie der Zusammenhang zwischen Stoffgruppe, toxikologischem Gutachten und Einschätzung der Fahruntüchtigkeit zustande kommt. Nicht zuletzt durch die Vorstellung echter Drogenasservate im Kilobereich erweckten sie die Aufmerksamkeit der Seminarteilnehmer

Näher an der Praxis angelehnt als der Vortrag von PHK Rainhold Gundrum von der Fahndungskontrollgruppe der VPI Hösbach geht wohl nicht mehr. Der langjährige Drogenfahnder auf der A3 präsentierte einige seiner schönsten Fälle und gab Fahndungsmethoden preis, die der FKG insbesondere im Bereich BtM und Drogenfahrten Erfolg brachten. Von der Gewinnung des Anfangsverdachtes bis zum Durchsuchen des Fahrzeugs und der Person spielte Herr Gundrum anschaulichst einige Szenarien durch.

Natürlich schaffe ich es hier nicht den Inhalt der ganzen Woche weiterzugeben, aber falls der ein oder andere neugierig geworden ist und mehr wissen will, dann soll er sich doch zu einem der nächsten Seminare anmelden: Termine

Wahrscheinlich liest sich die Sache bis jetzt doch noch sehr trocken und um keinen falschen Eindruck zu erwecken sei es mir gestattet, darauf hinzuweisen, dass eine Fortbildungsveranstaltung dieser Art keineswegs nur aus Stuhlkreis im Seminarraum besteht. Ganz bewusst wird genug Zeit für den gesellschaftlichen Teil eingeräumt. Denn auch der zwanglose Austausch von Erfahrungen der Kollegen aus den verschiedensten Dienststellen und Dienstbereichen ist Zielsetzung dieses Seminars.

Ebenso soll die reizvolle Kulisse der malerisch gelegenen Unterkunft und des Schliersees zum Entspannen und Abschalten vom Alltag einladen. Leider machte das Wetter beim letzten Seminar einen Strich durch die Rechnung, denn es war zu nass zum Wandern und Bootsfahren, aber in der nahen Umgebung sind genug wetterunabhängige Freizeitmöglichkeiten, wie etwa das Alpamare in Bad Tölz.

Abschließend möchte ich mich bei den Teilnehmern, den Referenten und dem Team der Jugendbildungsstätte bedanken. Vielen Dank auch Jessica Elflein die mich während der  Vorbereitung und bei der Durchführung sehr unterstützte.

 

Drogen_2005

 

© JUNGE GRUPPE
Birgit Ligotzky
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